Archiv für Januar 2014

Die Stadt Bayreuth und ihre Kultur

Folgenden Beitrag von SÜBKÜLTÜR teilen wir sehr gerne:

SÜBKÜLTÜR heisst auch Einmischungskultur – deswegen müssen wir einfach diesen Kommentar zum gestrigen Stadtratsbeschluss loswerden: 20% Kürzung des Kulturetats der Stadt, ersatzloses Streichen der Museumsnacht, keine Förderung neuen Initiativen … Und das in einer Stadt, die sich als Wagnerstadt brüstet. Kleingeister an der Macht.

Abgesehen davon, dass die Planungen für die Museumsnacht nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen anderen Einrichtungen (z. B. Kunstmuseum), weit fortgeschritten sind, ist diese radikale Kürzung ein Beschluss gegen eine lebenswerte Stadt. Historisierende Leblosigkeit als Methode, Wagner und Weltkulturerbe reichen, gell. Kunst ist aber ein lebendiger, sich stetig fortentwickelnder, Reibungswärme und damit Fortschritt erzeugender, lebendiger Organismus – und kein einbalsamierter Leichnam. Kultur ist ein Dialog zwischen Schaffenden und Publikum, ein Anstoß, immer auch ein Zukunftsprojekt. Museale Leblosigkeit mit ständigem Rezitieren der Vergangenheit mag dem Eventtourismus nutzen, den Einwohnern aber ganz sicher nicht. Das ständige Lamentieren über die Abkopplung Oberfrankens von Zukunftsentwicklungen ist nicht anderes als ein Heulen über die eigene Dumpfheit. Die da draußen – die Münchner und Berliner – können nicht dafür, nur wir. Das Siegel „Kulturstadt” somit eine Lachnummer?

Was bleibt? Privatiniative. Wer diesen Beschluss nicht akzeptieren will, jammert nicht und gibt nicht Contra. Der koppelt sich von den stadtpolitischen Beschlüssen ab und wird eigeninitativ selbstverwaltend. Allein schon wegen der 13.000 Studenten, die hier leben, ist Bayreuth im Kern alles andere als rückwärtsgewandt. Wir bauen uns nun unsere eigene (Kultur) Stadt, weil das Spaß macht, weil das nach Zukunft schmeckt, weil uns das weiter bringt, viel weiter. Wir sagen deswegen: Sübkültür regiert. Macht mit, regiert mit. Und unsere Museumsnacht machen wir so oder so. Wann, wie und wo erfahrt ihr demnächst hier.

Was wir an dieser Stelle nicht unbedingt an den Pranger hängen wollen, aber ruhig auch einfach mal droppen können:
Die vergangenen Jahre hat die Stadt Bayreuth uns für’s „keepin‘ it aLIVE“ Plakatflächen auf den Kultursäulen der Stadt zur Verfügung gestellt, die einzige Unterstützungsleistung der Stadt im Zusammenhang mit dem Festival. Dieses Jahr werden wir hierfür zur Kasse gebeten – Kulturförderung sieht wohl anders aus.

Vorverkauf „keepin‘ it aLIVE“ #5

Man kann das 2-Tagesticket für unser „keepin‘ it aLIVE“ – Festival via waste-shop.de bestellen. Es kostet 6€ zzgl. 0,58€ Versand. 1-Tagestickets wird es nur an der Abendkasse geben. Dort kosten diese 6€.

PM für’s „keepin‘ it aLIVE“ #5

keepin it aLIVE #5

Kinder werden älter – auch das „keepin‘ it aLIVE“ – Festival, Baby der Bayreuther Band WASTE, feiert am Freitag, den 31.01.2014 und Samstag, den 01.02.2014, mit seinem 5. Geburtstag endgültig das Ankommen in der erwachsenen Festivalwelt. Dazu wurde erstmalig die Location gewechselt, nun steigt das Ganze in der frisch gebackenen Kleinkunstbühne des neu renovierten Zentrums. Die Ausweitung auf 2 Tage ist zwar nicht ganz neu, wird dem Umstand des runden Geburtstags aber auf jeden Fall gerecht. Insgesamt 8 Bands werden den Zuschauern ordentlich auf die Ohren geben, wenn an beiden Tagen jeweils um 19:30 Uhr die Türen aufgehen.

Die Opener sind mit Artischoque und Remedy keine unbekannten Namen mehr in der Bayreuther Musikszene. Die Erstgenannten durften sich kürzlich über bayernweite Fernsehpräsenz freuen, als ihr Gitarrist durch sein literarisches Schaffen von sich reden machte, und Remedy konnten gerade überzeugend den R.I.O. – Vorentscheid für sich entscheiden und wollen nun nochmal zeigen, dass sie das mit ihrem Alternative-Rock auch wirklich verdient haben, bevor es dann im Frühjahr auf Clubtour durch Oberfranken geht.

Neben den Pop-Punkern Hazel the Nut aus Würzburg und Radio Haze aus Regensburg, die Fans von 60ies und 70ies Musik einen Tritt in die Gegenwart verpassen, sind die drei Wahlmünchner von Blackout Problems ein echtes Trüffelstückchen, das eigentlich schon zu lecker ist, um in Bayreuth auf einem kleinen Indoor-Festival zu spielen. Trotzdem ist es den Gastgebern von WASTE gelungen Blackout Problems ins Zentrum zu lotsen, wo sie beweisen werden, dass ihre Live-Shows tatsächlich einer Rock-Torte gleichen, die einem einfach mitten ins Gesicht klatscht und süß abläuft – lecker!

Einen neuen Hoffnungschimmer am tiefschwarzen Nachthimmel der Bayreuther Musikszene stellen BADABOOM! dar, die den Freitag abschließen. Die 5 Studenten können zwar noch nicht auf eine gemeinsame lange Gighistorie zurückblicken, mit ihrem explosiven old-school Alternative-Rock á la Pearl Jam ist darauf aber sicher nicht mehr lange zu warten.

Fuadadeimuada aus Regensburg beschreiben sich in ihrer Bandinfo als gefangen zwischen Grunge und Calypso, zwischen diversen Kindheitstraumata und Vergnügungssucht und konnten beim letzten Waldstockfestival in Pegnitz eindrucksvoll beweisen, dass der 2. Slot viel zu früh für so eine wunderbare Band ist. Mit den Gastgebern WASTE verbindet sie inzwischen eine enge Freundschaft, was auch erklärt,
wieso die Jungs extra deswegen in die Popkulturwüste nach Bayreuth kommen.

Den Festivalabschluss werden WASTE selbst bestereiten und dafür haben haben sie sich was vorgenommen: „Nachdem wir am Kneipenfestival den Europasaal vollgemacht haben und es sogar Einlassstopp gab, wäre es schon ein bisschen schade, wenn nicht auch die Kleinkunstbühne randvoll ist, zumal die Kapazität von rund 200 Leuten nur ein Viertel der des Europasaals ausmacht,“ steckt sich die Band hohe Ziele. Die Globetrotter von Waste, die in den letzten 3 Jahren jeweils immer mindestens 40 Gigs bestritten haben, werden nach dem Festival die Live-Intensität zumindest in der Gegend etwas herunterfahren, um sich den Arbeiten an einer neuen Platte zu widmen, um dann ab Herbst 2014 nochmal richtig auf den Putz zu hauen.